Eichener Gewichtheber sind „Weltklasse“


Sensationelle Erfolge bei der Weltmeisterschaft der Masters im Gewichtheben

Vom 30.09 bis 08.10.2016 fanden die Weltmeisterschaften der Altersklassen im Gewichtheben in Heinsheim (BWG) statt. In diesem Jahr  haben die Verbände der teilnehmenden Nationen 964 Starter gemeldet, das war gegenüber den sonst 600 – 700 Gewichthebern ein Teilnehmerrekord. Wegen der hohen Teilnehmerzahl war der Ausrichter gezwungen, die Meisterschaft um 2 Tage zu verlängern.

Auch zwei Starter aus Kreuztal hatten sich gemeldet. Thomas Schiller und Andreas Pawlow, beide in der Altersklasse M35 (35 bis 39 Jahre). Thomas in der Gewichts-Klasse bis 85 kg und Andreas über 105 kg Körpergewicht.

Beide starteten am letzten Tag der Veranstaltung. Sie machten sich also am Samstagmorgen um 5.30 Uhr auf den Weg nach Heinsheim (Bad Rappenau). Für Thomas ging es bereits um 9.45 Uhr auf die Waage, die ein Gewicht von 84,7 kg anzeigte.  In diese Gewichtsklasse bis 85 kg kamen aber auch 22 andere Starter, womit Thomas im größten Teilnehmerfeld der Veranstaltung antreten musste.
Nun hieß es, sich eine Strategie zurecht legen, denn bei so vielen Teilnehmern gibt es natürlich sehr lange Wartezeiten. Als die ersten schon Ihre Versuche machten, wärmte sich Thomas Schiller erst auf, denn von den Meldelasten her war mit einer vorderen Platzierung zu rechnen. Die ersten Mitstreiter fingen im Reißen bei ca. 90 kg an. Es dauerte ca. 45 Min bis 108 kg und Thomas Schiller aufgerufen wurde. Total aufgeregt ging Thomas die Last zu schnell an und konnte sie auch folglich nicht bewältigen. Im zweiten Versuch war es dann kein Problem mehr und so steigerte das Team auf 112 kg.  Nach einer langen Wartezeit von ca. 9 Min wurde Thomas wieder aufgerufen. Er bekam das Gewicht gut über den Kopf, konnte es aber nicht fixieren; es fiel hinter ihm herunter. Die verbliebenen Starter machten weiter, so dass es nach dem Reißen für Thomas zunächst nur Platz 8 war.

Nun hieß es, sich für das Stoßen neu vorzubereiten. Mindestens Platz 6 sollte für Thomas möglich sein. Es waren 130 kg für den ersten Versuch gemeldet, doch Thomas Schiller und sein Betreuer Andreas Pawlow steigerten das Gewicht um 8 kg auf 138 kg für den ersten Versuch. Thomas bewältigte die Last sauber. Nun die Steigerung auf 142 kg. Hier im Stoßen trennte sich nun die Spreu vom Weizen und Thomas war schon mindestens auf dem 5. Platz. Die 142 kg gelangen Thomas nach einem schweren Umsatz nicht. Was machen die Anderen? Sie patzten auch! Um nun noch eine Pause zu bekommen und die Gegner unter Druck zu setzten, ließ Thomas auf 144 kg steigern, das wäre der vorerst Platz 3. Thomas ging voll entschlossen an die Hantel, setzte das Gewicht sehr schwer um, konzentrierte sich und stieß das Gewicht aus, Platz 3 war vorerst gesichert. Die anderen Athleten die auch mit steigerten schafften die Last nicht, so dass am  Ende Gold nach Norwegen, Silber nach Litauen und Bronze nach Deutschland an Thomas Schiller ging.

Andreas Pawlow war mit seiner Gruppe um ca.16.30 Uhr dran. 6 Teilnehmer, darunter  der deutsche Teilnehmer in Rio Almir Velagic, kämpften im Superschwergewicht um die Medaillen. Für Andreas und seinen Trainer Thomas Schiller hieß es zwei Iraner im Auge zu behalten. Denn nach den Anfangslasten war klar, dass Almir Velagic Gold holt. Doch Platz 2 bis 4 (also Andreas und die zwei Iraner) sollten die Silber- und Bronzemedaille unter sich ausmachen.

Während die ersten zwei Athleten schon fertig waren, begannen nun die Iraner mit 125 kg im Reißen. Andreas ging mit der Last mit und bewältigte sie ebenfalls. Der zweite Iraner fing mit gültigen 126 kg an. Für den ersten Iraner und Andreas wurden 130 kg im zweiten ebenfalls gültig gegeben und auch 131 kg für den zweiten Iraner. Nun wieder das Pokern.
Die Platzierung bis jetzt: 1. Iran 131 kg, 2. Andreas Pawlow 130 kg, 3. Iran 130 kg, denn er war schwerer als Andreas. Alle drei ließen 133 kg auflegen und scheiterten an dieser Last. Almir Velagic brachte zwischenzeitlich im ersten Versuch 170 kg im Reißen zur Hochstrecke. Bis jetzt lag Andreas auf Platz 3.

Im Stoßen haben drei Athleten ähnliche Anfangslasten gemeldet. Der zweitplatzierte Iraner reduzierte diese jedoch, weil er sich beim letzte Reiß-Versuch etwas Verletzt hatte. Er bewältigte nur noch 140 kg und hörte dann auf. Also, wenn Andreas seinen Anfangsversuch schafft, hat er Bronze sicher. Der Iraner begann mit gültigen 160 kg. Andreas nahm sogar 165 kg im Ersten, die er auch gültig absolvierte. Andreas steigerte auf 170 kg und bewältigte diese Last ebenfalls. Der Iraner steigerte sogar um 11 kg auf 171 kg um an Andreas vorbei zu gehen. Er schaffte diese Steigerung.  Andreas wurde nun auch für 171 kg aufgerufen, die Iraner hatten schon auf 175 kg gesteigert. Andreas und sein Trainer meldeten nun für den dritten Versuch 173 kg. Andreas setzte ihn gut um und nach einer kleinen Korrektur im Ausstoß bekam er ihn gültig. Die Iraner wollten nun ihren nächsten Versuch auf 174 kg reduzieren lassen. Da aber bereits 175 kg aufgerufen waren, konnte dies nicht mehr berücksichtigt werden. Also 175 kg und vorerst Platz eins? Nach einem guten Umsatz nun der Ausstoß. Doch dort bekam der Athlet die Last nicht über den Kopf.  Andreas hatte nun mindestens Silber. Der deutsche A-Kader-Athlet Velagic bewältigte im Stoßen 205 Kg. Am Ende Gold für Almir Velagic und Silber für Andreas Pawlow nach Deutschland und Bronze in den Iran.

Für beide Athleten, Thomas Schiller und Andreas Pawlow, die beim TV Eichen trainieren, war es der erste internationale Einsatz und beide konnten mit einer super Leistung überzeugen.
Großes Lob kam von den anwesenden Trainern und Athleten und nach Beendigung der Wettkämpfen wurde sich meist auf Englisch oder auch mit Händen und Füßen fachkundig ausgetauscht.

Thomas Schiller

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Die Leiterin des Sportbetriebes Kirsten Willcke und der Vorsitzende des TV Eichen Frank-Wieland Frisch gratulieren Euch im Namen des Vorstandes ganz herzlich und wünschen Euch weiterhin gute Gesundheit zur Ausübung Eures Sportes und noch viele solcher tollen Erfolge.
Ein riesen Kompliment auch von allen Vereinsmitgliedern, wir sind unglaublich stolz auf Euch und Euren internationalen Erfolg.

 

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